Als schwachen Trost führte schon die Armenische Sowjetrepublik den verschneiten Vulkankegel im Wappen. Proteste Ankaras schmetterten die Kreml-Herren mit der Bemerkung ab, die Türkei zeige ja auch Halbmond und Stern in der Flagge, ohne dass diese Himmelskörper auf ihrem Territorium lägen. Und die vor zwei Jahrzehnten unabhängig gewordene Republik Armenien setzte anstelle von Hammer und Sichel dem heraldischen Gipfel die Arche drauf.
Apropos Alkohol: Armeniens berühmtestes Weindorf ist Areni. Hier keltert man einen trockenen Roten, aber auch interessante Kreszenzen wie Pfirsich- oder Granatapfelwein. Nach dem System Aschenputtel („Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen!“) werden die besseren Qualitäten offiziell exportiert, die sauerampfrigen hingegen– diskret in Colaflaschen abgefüllt– am Straßenrand angeboten. Wer die kauft? Areni liegt an der M2, auf der persische Trucker geradewegs in den staubtrockenen Gottesstaat Iran steuern ...
Von Areni ist es nicht weit nach Noravank, zu deutsch „Neues Kloster“. Allerdings sollte man dessen Besuch vor der Weinkost einplanen. Es wäre schade, entgingen einem getrübten Auge die herrlichen Steinmetzarbeiten an den Tympana der Kirchen: Jesus zwischen den Aposteln Petrus und Paulus. Oder die von arabeskem Dekor eingerahmte und auf einem Orientteppich sitzende Gottesmutter samt ihrem „Schoßkind“. Oder die Dreifaltigkeit mit gleich zwei Tauben, sozusagen eine Vierfaltigkeit. Und natürlich stehen hier wie überall im Land prächtige Kreuzsteine, eine armenische Spezialität!
Armenien als christlicher Vorreiter
Armeniens berühmteste Postkartenansicht zeigt Großen plus Kleinen Ararat und „vordergründig“ das Kloster Chor Virap, das unmittelbar an der türkischen Grenze liegt.„Tiefe Grube“ soll der Name des Monasteriums bedeuten, weil dort Trdat III. den armen Gregor den Erleuchter 13 Jahre lang in einem finsteren Loch gefangen hielt, um ihn vom Christentum abzubringen. Doch der Heilige drehte den Spieß um und bekehrte den König. Mit dem Erfolg, dass Armenien – als erstes Land weltweit – bereits 301 den neuen Glauben als Staatsreligion annahm, worauf es bis heute mächtig stolz ist. Auch mitten in der Hauptstadt ist der erloschene Feuerberg allgegenwärtig. Man sieht ihn von der Mutter Armenien aus, einer „sowjetischen Siegesgöttin“ hoch über Erewan. Oder vom oberen Ende der trockengefallenen Kaskade, einem weiteren Relikt aus kommunistischer Zeit, dessen Neunutzung nicht so recht in Schwung kommen will. Oder von der „Säuferbrücke“, die die ebenfalls vulkanische Hrazdan-Schlucht überspannt und damit das Weinkombinat mit der Kognakfabrik verbindet, die „Armenian Brandy“ produziert.Apropos Alkohol: Armeniens berühmtestes Weindorf ist Areni. Hier keltert man einen trockenen Roten, aber auch interessante Kreszenzen wie Pfirsich- oder Granatapfelwein. Nach dem System Aschenputtel („Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen!“) werden die besseren Qualitäten offiziell exportiert, die sauerampfrigen hingegen– diskret in Colaflaschen abgefüllt– am Straßenrand angeboten. Wer die kauft? Areni liegt an der M2, auf der persische Trucker geradewegs in den staubtrockenen Gottesstaat Iran steuern ...
Von Areni ist es nicht weit nach Noravank, zu deutsch „Neues Kloster“. Allerdings sollte man dessen Besuch vor der Weinkost einplanen. Es wäre schade, entgingen einem getrübten Auge die herrlichen Steinmetzarbeiten an den Tympana der Kirchen: Jesus zwischen den Aposteln Petrus und Paulus. Oder die von arabeskem Dekor eingerahmte und auf einem Orientteppich sitzende Gottesmutter samt ihrem „Schoßkind“. Oder die Dreifaltigkeit mit gleich zwei Tauben, sozusagen eine Vierfaltigkeit. Und natürlich stehen hier wie überall im Land prächtige Kreuzsteine, eine armenische Spezialität!
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